Aktuell

„Sie sind afro-deutsch?…ah, ich verstehe…“

May-Ayim-Poetry-Workshop

HERBSTFERIENPROGRAMM

In Kooperation mit EDEWA möchte EOTO e.V. euch zum „May-Ayim-Poetry-Workshop“ einladen.

Wann? 24. + 25. Oktober, jeweils 14 – 18Uhr

Wo? EOTO e.V. Müllerstraße 56-58 13349 Berlin

(Leider sind die Räumlichkeiten nicht rollstuhlzugänglich.)

Wer macht den Workshop? Natasha A. Kelly von EDEWA

Für wen? Schwarze Personen zwischen 12 und 20 plus Jahren

Natasha sagt über diesen Workshop:

Viel wird über May Ayim geredet, doch wer war sie und was können wir aus ihren Texten lernen. In unserem Workshop werden wir einige Texte von May Ayim lesen und dabei in eine Zeit zurückgehen als es noch keine Begriffe gab, um die Community zu beschreiben. Unter Anderem werden wir fragen, was eigentlich „afro-deutsch“ bedeutet oder wie der Begriff „Schwarz“ zu verstehen ist. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit mit „neuen“ Interpretationen von Mays Texten ins Tonstudio zu gehen, wo sie aufgenommen werden können. Die Tonaufnahmen werden im Rahmen der EDEWA-Wanderausstellung zu hören gegeben, die bis Ende des Jahres im Haus der Jugend, Berlin-Wedding zu sehen ist.

Der Workshop ist kostenfrei.

Meldet euch per email an unter edewa@gmx.de

Wir freuen uns auf Euch!

Natasha

von EDEWA

Das Projekt wird gefördert von Bezirkskulturfond Mitte


EDEWA Young Stars

AudioGuide Produktion und
Kreativer ‘Shoppingkurs’ für Jugendliche

EDEWA, der anti-koloniale Supermarkt, bietet von Oktober bis Dezember 2016 einen kreativen ‘Shopping-Kurs’ für Jugendliche an. In Zusammenarbeit mit EOTO – Each One Teach One e.V. und dem Haus der Jugend Berlin-Mitte öffnet die Ausstellung einmal wöchentlich ihre Türen.

Ab dem 13.10. wird es jeden Donnerstag zwischen 14 Uhr und 17.30 Uhr ein fortlaufendes Lern- und Spielprogramm zu den Themen Kolonialismus, Kolonialwarenhandel und Konsumkritik geben.

Wir basteln kreativ und gemeinsam neue Produkte und gehen im Kiez auf die Spuren des Kolonialismus, Alltagsrassismus und Formen des Widerstandes. Weiterhin wird es einen Rapworkshop mit dem Berliner Rapper LMNZ geben, mit dem wir als großes Finale einen professionellen AudioGuide produzieren, der zukünftige Besucher_innen durch die Wanderausstellung EDEWA führen wird.

Die Teilnahme ist kostenlos. Fragt gern nach oder meldet euch einfach an unter:

edewa@gmx.de

Darüber hinaus bieten wir in den Herbstferien ein gesondertes Programm für Jugendliche an. Nähere Infos folgen!

Interessierte Multiplikator_innen (Sozialarbeiter_innen, Lehrer_innen etc.), Jugendgruppen und Schulklassen können sich zu gesonderten Führungen außerhalb der Öffnungszeiten anmelden. Das Angebot ist kostenlos, Spenden sind willkommen.

Wir freuen uns auf euch!

Euer EDEWA-Team in Zusammenarbeit mit EOTO e.V. & Haus der Jugend, Mitte.

Adresse:

Haus der Jugend
Reinickendorfer Str. 55
am Nauener Platz
13347 Berlin-Mitte

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Das Projekt EDEWA Young Stars wird durch den Bezirkskulturfond Mitte gefördert.


EDEWA meets The KingCode Projekt

Zum ersten Mal kreuzten sich unsere Wege im Dezember 2013, als wir gemeinsam mit den Teilnehmer_innen des KingCode Projekts im historischen Rathaus Schöneberg auf Spurensuche von Dr. Martin Luther King jr. gingen. Die EDEWA Filiale hatte im Goldenen Saal des Rathauses eine Woche lang ihre Türen geöffnet und lud ein, die Perspektive auf den alltäglichen Rassismus und Sexismus zu wechseln und die anhaltende Kolonialität (u.a. im Warenhandel) sowie den Widerstand dagegen in den Blick zu nehmen.

©Daniel Schmöcker
©Daniel Schmöcker
©Daniel Schmöcker
©Daniel Schmöcker

Die Recherche der Jugendlichen des KingCode Projekts ergab, dass nicht nur der weiße US-amerikanische Präsident John F. Kennedy das Rathaus besuchte, sondern auch der Schwarze Aktivist und Menschenrechtler Dr. Martin Luther King jr. sich im Goldenen Buch des Rathauses verewigt hatte. Bei der gemeinsam gestalteten Finissage am 14.12.2013 kamen wir miteinander ins Gespräch und die Jugendlichen des KingCode Projekts stellten sich und ihr Projekt vor.

©Daniel Schmöcker
©Daniel Schmöcker

Im darauffolgenden Jahr begegneten wir uns wieder, dieses Mal im Haus der Berliner Festspiele. Sowohl EDEWA als auch das KingCode Projekt nahmen dort am 5.10.2014 an der Veranstaltung ‘Ein Tag für Martin Luther King jr.’ teil und intervenierten mit unterschiedlichen Mitteln in die anhaltenden rassistischen Zustände. 50 Jahre früher, im Herbst 1964, hatte Martin Luther King jr. das geteilte Berlin besucht und sowohl im Westteil der Stadt als auch in der Marienkirche in Ostberlin eine Predigt gehalten. Er betonte den Kampf Schwarzer Menschen in den USA für Gleichberechtigung, und ging auch auf das Zusammenleben der Menschen im geteilten Berlin ein. Die historischen Kämpfe gegen Rassismus in den USA und in Deutschland unterscheiden sich, und dennoch kämpfen auch heute Menschen sowohl in den USA als auch in Deutschland für Dr. Kings Traum der Gleichberechtigung aller Menschen. May Ayim schrieb 1987 in ihrem Gedicht ‘die zeit danach’ in Erinnerung an Martin Luther King jr.:

(…) ich trage meinen traum
hinter
erhobener faust
gegen den tod und für die zeit danach
denn
reden hilft kaum noch, Bruder
sie nennen das meinungsfreiheit
und auch demonstrationen und protestmärsche
die brauchen sie
für ihre demokratie
und machen weiter und machen weiter
und machen weiter
sie haben deinen traum konserviert
konserviert und verkauft, Bruder
postkarten und poster
dreizeiler in einem geschichtsbuch
»I Have A Dream»
ein abgeschlossener roman
sie haben
vergangenheit daraus gemacht
weiß wie tränensalz
und da wo ich lebe
würden sie es »bewältigt» nennen, Bruder
ich trage meinen traum
hinter
erhobener faust (…)

(Auszug aus ‘die zeit danach’ In: May Ayim (2013), Weitergehen Gedichte. Berlin: Orlanda Frauenverlag, 57-58.)

Seit diesen Begegnungen verfolgen wir mit Begeisterung und großem Respekt die Interventionen und den Aktivismus der Teilnehmer_innen des KingCode Projekts. Die Preise, mit denen das KingCode Projekt inzwischen ausgezeichnet wurde (u.a. Landessieger beim ‘Geschichtswettbeweb des Bundespräsidenten’ und zweiter Platz beim ‘Preis Politische Bildung 2015’), zeigen einmal mehr die enorme Bedeutung und den Erfolg des Projekts. Die Zusammenarbeit mit dem KingCode Projekt hat uns auch gezeigt wie wichtig die Inhalte von EDEWA für Jugendliche sind und so entstand schließlich die Idee, einen Audioguide zur Ausstellung gemeinsam mit Jugendlichen zu erstellen.

Dauerleihgabe KingCode Projekt
Dauerleihgabe KingCode Projekt

Zu unserer Station in München im März 2016 und damit der ersten Filialeröffnung außerhalb Berlins, übergab uns das KingCode Projekt eine Dauerleihgabe, Radierungen von Martin Luther King jr. sowie großformatige Fotografien, die im Rahmen eines Workshops entstanden waren. Die Kunstwerke wurden in der Münchner Filiale ausgestellt und wir sind stolz, sie auch in Zukunft zeigen zu dürfen. Wir freuen uns auf weitere inspirierende Begegnungen mit euch!


EDEWA beim CARNIVAL OF LITERATURES in Potsdam!

Am 16.07. wird EDEWA mit einem Marktstand auf dem Markt der Initiativen im Rahmen des CARNIVAL OF LITERATURES vertreten sein. Der Carnival ist ein internationales Festival für anglophone Literaturen mit dem Fokus auf Krimi-Autor*innen aus Afrika, Asien und ihren Diasporas weltweit und findet am 15.7. und 16.7. in Berlin (Werkstatt der Kulturen) und Potsdam (Universität Potsdam, Campus am Neuen Palais) statt. Der Eintritt ist frei und an beiden Tagen findet ein spannendes Programm statt. Schaut vorbei!

carnival


“EDEWA wandert das erste Mal außerhalb Berlins”

So hieß es in unserer Ankündigung Anfang Januar 2016. Wir folgten der Einladung des Arbeitskreises Panafrikanismus e.V. im März 2016 nach München – eine neue Herausforderung für EDEWA, die Wanderausstellung in einer anderen Stadt zu zeigen. Zwischen dem 05.03. und dem 19.03. wurde eine Ladenfiliale in den Räumen des Jugendinformationszentrums (JIZ) anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus eingerichtet und im Rahmen der Veranstaltungsreihe „PerspektivWechsel Wissen 2016“ gezeigt. Die einrahmende Veranstaltungsreihe organisierte und koordinierte Modupe Laya.

Foto von Michael Graber
Foto von Michael Graber

Die Ausstellung war in den Informationsbereich des JIZ installiert und konnte zu den Öffnungszeiten besucht und im täglichen Besuchsablauf entdeckt und kennengelernt werden. Häufig kam uns zu Ohren, dass Besucher_innen ganz spontan auf die Ausstellung aufmerksam geworden waren und länger im JIZ blieben, um EDEWA kennenzulernen.

Vielen Dank für diese Ausstellung. Es ist immer wieder wichtig auf Diskriminierung und Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Manche Aspekte waren neu für mich und regen mich erneut zum Nachdenken und Überdenken an. Dankeschön und viel Kraft für die weitere Arbeit. Viele Grüße, [anonymisiert]“

In mindestens zwei Fällen kamen auch Schulklassen zur Besichtigung und Diskussion. Über den ganzen Zeitraum hinweg haben sich nicht nur die Gäste der Veranstaltungen, sondern auch die vielen Besucher_innen des JIZ dem Projekt EDEWA gewidmet und in der Nachrichtenbox Feedback mit unzähligen Kommentaren zurückgelassen. Lest selbst:

Super-Ausstellung BRAVO!!! Rollen gut verteilt!“

LOL“

As a person of color who comes from a country that was 200 years a colony from a European country, I think this work is very important. I suggest we can also make products, that have a Role change, when colonial nations should be shown as the “Black People”. To give the feeling to the people how it feels to be discriminated. Thank you very much”

Foto von Michael Graber
Foto von Michael Graber

Zu Beginn wie zum Abschluss der Ausstellungszeit gab es gut besuchte Führungen, Diskussionen und Eröffnungs- sowie Abschlussevents. Zum ersten Mal zeigte EDEWA in München auch eine Dauerleihgabe des ‚KingCode Projekts‘. Auch die Dauerleihgabe von Marika Schmiedt wurde wieder ausgestellt, und wir bedanken uns bei den Kunstschaffenden für die Kooperation. Wir möchten auch noch einmal die wunderbare Zusammenarbeit mit Modupe Laya, dem AK Panafrikanismus e.V. und den Mitarbeiter_innen des JIZ hervorheben, ohne die die Ausstellung in unserer Abwesenheit nicht so gut betreut gewesen wäre. Ohne deren Unterstützung hätte das rege Interesse an den Inhalten von EDEWA nicht sein Publikum gefunden. Wir sind dafür sehr dankbar! Ein Wiedersehen in München ist in Planung.

Die Ausstellung und Führungen wurden gefördert vom: Kulturreferat LHM in Kooperation mit JIZ

LogoMünchen

LogoJIZ

LogoAKPM

Koordination: Modupe Laja (AK Panafrikanismus e.V., Vorstandsmitglied EineWeltHaus) AK Panafrikanismus e.V., Augsburger Str. 13, 80337 München, sekretariat@panafrikanismusforum.net

LogoENPAD

Unterstützt von ENPAD European Network for People of African Descent im Rahmen der Internationalen UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft.


EDEWA meets “Sisters & Souls”

 

künstlerische freiheit

alle worte in den mund nehmen

egal wo sie herkommen

und sie überall fallen lassen

ganz gleich wen es

trifft

(Ayim 1995: 78)

Unsere Projektleiterin Natasha A. Kelly hat im vergangen Jahr zu Ehren von May Ayim die Anthologie „Sisters and Souls. Inspirationen durch May Ayim“ im Orlanda Verlag Berlin herausgegeben. Zum 20. Todestag der afrodeutschen Poetin, Wissenschaftlerin und Aktivistin präsentieren Schwarze Autorinnen verschiedener Generationen auf bewegende Art und Weise, wie sie politisch und persönlich von May Ayim inspiriert worden sind. In afrodeutscher Tradition zeigen die Schwestern in lyrischen, essayistischen und wissenschaftlichen Beiträgen, inwieweit ihr eigenes politisches Handeln und ihre künstlerische Kreativität durch die Worte, Werke und das Wirken von May Ayim geprägt wurden. In einem Raum zwischen gestern und morgen wird das Gesprochene zum Geschriebenen, das Geschriebene zum Lebendigen und das Lebendige mittels ausgewählter Adinkra-Symbole versinnbildlicht und mit bislang unveröffentlichten Texten von May Ayim gekrönt. Cover_Sisters&Souls

Im dritten Kapitel von „Sisters & Souls“ zum Thema „Medien, Kunst, Kultur“ beleuchtet Natasha den Zusammenhang von Sprache, Blick und Un_Sichtbarkeit und die daran anknüpfende Forderung nach einem postkolonialen Perspektivwechsel am Beispiel unserer interaktiven Wanderausstellung EDEWA. Im Vordergrund steht dabei der antirassistische Widerstand Schwarzer Bewegungen und Roma Bewegungen ebenso wie die weiße Vorherrschaft (white supremacy), die synonym mit Rassismus zu verstehen ist, und für Schwarze Frauen, Roma Frauen und andere Women of Color eng mit Sexismus verknüpft ist. Unter dem Titel „Living in a White Box – Von künstlerischer Freiheit und anderen Privilegien“ berichtet sie von der Entstehung des Projekts, von den Hindernissen, die sich uns in den Weg stellten und von der geteilten Motivation diese zu überwinden und mit EDEWA in die Zukunft zu gehen:

Es kam innerhalb der Gruppe zu Streit, was denn nun „Kunst“ sei, was „Freiheit“ aus einer widerständigen Perspektive bedeute und wo die „künstlerische Freiheit“ beginne bzw. ende. Es wurde gekämpft um Deutungshoheit und Definitionsmacht. Die externen Angriffe haben den internen Spannungen keinen Platz gelassen, diese auszuhalten und zu verarbeiten, so dass es schließlich zur Spaltung unserer Gruppe kam. Die weißen Gruppenmitglieder waren an ihren Grenzen gestoßen, wie sie denn nun mit dem neuerworbenen Wissen über Schwarzsein, ihr eigenes Weißsein und die damit verbundenen Privilegien in der Praxis umgehen sollen und ich als Schwarze Frau konnte ihnen Letzeres auch nicht sagen“ (Kelly 2015: 197f.).

Die Arbeit mit und an EDEWA war nicht immer einfach. Unsere während den Ausstellungen gesammelten Erfahrungen, die vielfältigen Lebensrealitäten der Besucher_innen und deren unterschiedliche Sensibilisierung unterstreichen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Thematisierung des antikolonialen Widerstandes und des aggressiven und gewalttätigen Kolonialismus sowie Kolonialwarenhandels. Dabei sind unsere eigenen Positionen sowie unser Bewusstsein nicht von dieser Thematisierung in EDEWA zu trennen – Kunst bietet die Möglichkeit dazu, Phänomene wie Kolonialismus, Rassismus und Sexismus zu materialisieren und in ihrer Verwobenheit zu einander zu betrachten und zu bekämpfen. Der Widerstand ist ebenso (alltäglich) von Weißen zu leisten, wie es von vielen Schwarzen, Roma und anderen People of Color getan wird.

Wir freuen uns, dass wir mit diesem Beitrag zeigen können, was May Ayim für EDEWA bedeutet und welchen Einfluss ihre Worte und Werke auf unsere Arbeit haben. In diesem Jahr feiert EDEWA ihren fünften Geburtstag. Wir freuen uns auf weitere kreative und kritische Jahre mit vielen Erweiterungen und Erneuerungen.

Sisters & Souls. Inspirationen durch May Ayim“ kann im Orlanda Verlag bestellt werden:

https://www.orlanda-verlag.de/neuerscheinungen/sisters-and-souls-inspirationen-von-may-ayim-detail.html

Besuche „Sisters & Souls“ bei Facebook:

https://www.facebook.com/sistersouls2.0/

Literatur:

May Ayim: künstlerische freiheit. In: blues in schwarz weiss. Orlanda Verlag: 1995.

Natasha A. Kelly (Hrsg.): Sisters and Souls. Inspirationen von May Ayim. Orlanda Verlag: 2015.

 


 

Eindrücke von der EDEWA Filiale in München

Hier teilen wir mit euch erste Eindrücke von der Eröffnung der EDEWA Filiale in München am 5. März. Bis zum 20. März könnt ihr EDEWA im JIZ in der Münchener Innenstadt besuchen, kommt also vorbei und bringt Freund_innen und Bekannte mit! Die (vorerst) letzte Führung im JIZ findet am 20. März statt, ab 11 Uhr. Wir freuen uns auf euren Besuch!