Aktuell

“EDEWA wandert das erste Mal außerhalb Berlins”

So hieß es in unserer Ankündigung Anfang Januar 2016. Wir folgten der Einladung des Arbeitskreises Panafrikanismus e.V. im März 2016 nach München – eine neue Herausforderung für EDEWA, die Wanderausstellung in einer anderen Stadt zu zeigen. Zwischen dem 05.03. und dem 19.03. wurde eine Ladenfiliale in den Räumen des Jugendinformationszentrums (JIZ) anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus eingerichtet und im Rahmen der Veranstaltungsreihe „PerspektivWechsel Wissen 2016“ gezeigt. Die einrahmende Veranstaltungsreihe organisierte und koordinierte Modupe Laya.

Foto von Michael Graber
Foto von Michael Graber

Die Ausstellung war in den Informationsbereich des JIZ installiert und konnte zu den Öffnungszeiten besucht und im täglichen Besuchsablauf entdeckt und kennengelernt werden. Häufig kam uns zu Ohren, dass Besucher_innen ganz spontan auf die Ausstellung aufmerksam geworden waren und länger im JIZ blieben, um EDEWA kennenzulernen.

Vielen Dank für diese Ausstellung. Es ist immer wieder wichtig auf Diskriminierung und Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Manche Aspekte waren neu für mich und regen mich erneut zum Nachdenken und Überdenken an. Dankeschön und viel Kraft für die weitere Arbeit. Viele Grüße, [anonymisiert]“

In mindestens zwei Fällen kamen auch Schulklassen zur Besichtigung und Diskussion. Über den ganzen Zeitraum hinweg haben sich nicht nur die Gäste der Veranstaltungen, sondern auch die vielen Besucher_innen des JIZ dem Projekt EDEWA gewidmet und in der Nachrichtenbox Feedback mit unzähligen Kommentaren zurückgelassen. Lest selbst:

Super-Ausstellung BRAVO!!! Rollen gut verteilt!“

LOL“

As a person of color who comes from a country that was 200 years a colony from a European country, I think this work is very important. I suggest we can also make products, that have a Role change, when colonial nations should be shown as the “Black People”. To give the feeling to the people how it feels to be discriminated. Thank you very much”

Foto von Michael Graber
Foto von Michael Graber

Zu Beginn wie zum Abschluss der Ausstellungszeit gab es gut besuchte Führungen, Diskussionen und Eröffnungs- sowie Abschlussevents. Zum ersten Mal zeigte EDEWA in München auch eine Dauerleihgabe des ‚KingCode Projekts‘. Auch die Dauerleihgabe von Marika Schmiedt wurde wieder ausgestellt, und wir bedanken uns bei den Kunstschaffenden für die Kooperation. Wir möchten auch noch einmal die wunderbare Zusammenarbeit mit Modupe Laya, dem AK Panafrikanismus e.V. und den Mitarbeiter_innen des JIZ hervorheben, ohne die die Ausstellung in unserer Abwesenheit nicht so gut betreut gewesen wäre. Ohne deren Unterstützung hätte das rege Interesse an den Inhalten von EDEWA nicht sein Publikum gefunden. Wir sind dafür sehr dankbar! Ein Wiedersehen in München ist in Planung.

Die Ausstellung und Führungen wurden gefördert vom: Kulturreferat LHM in Kooperation mit JIZ

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Koordination: Modupe Laja (AK Panafrikanismus e.V., Vorstandsmitglied EineWeltHaus) AK Panafrikanismus e.V., Augsburger Str. 13, 80337 München, sekretariat@panafrikanismusforum.net

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Unterstützt von ENPAD European Network for People of African Descent im Rahmen der Internationalen UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft.


EDEWA meets “Sisters & Souls”

 

künstlerische freiheit

alle worte in den mund nehmen

egal wo sie herkommen

und sie überall fallen lassen

ganz gleich wen es

trifft

(Ayim 1995: 78)

Unsere Projektleiterin Natasha A. Kelly hat im vergangen Jahr zu Ehren von May Ayim die Anthologie „Sisters and Souls. Inspirationen durch May Ayim“ im Orlanda Verlag Berlin herausgegeben. Zum 20. Todestag der afrodeutschen Poetin, Wissenschaftlerin und Aktivistin präsentieren Schwarze Autorinnen verschiedener Generationen auf bewegende Art und Weise, wie sie politisch und persönlich von May Ayim inspiriert worden sind. In afrodeutscher Tradition zeigen die Schwestern in lyrischen, essayistischen und wissenschaftlichen Beiträgen, inwieweit ihr eigenes politisches Handeln und ihre künstlerische Kreativität durch die Worte, Werke und das Wirken von May Ayim geprägt wurden. In einem Raum zwischen gestern und morgen wird das Gesprochene zum Geschriebenen, das Geschriebene zum Lebendigen und das Lebendige mittels ausgewählter Adinkra-Symbole versinnbildlicht und mit bislang unveröffentlichten Texten von May Ayim gekrönt. Cover_Sisters&Souls

Im dritten Kapitel von „Sisters & Souls“ zum Thema „Medien, Kunst, Kultur“ beleuchtet Natasha den Zusammenhang von Sprache, Blick und Un_Sichtbarkeit und die daran anknüpfende Forderung nach einem postkolonialen Perspektivwechsel am Beispiel unserer interaktiven Wanderausstellung EDEWA. Im Vordergrund steht dabei der antirassistische Widerstand Schwarzer Bewegungen und Roma Bewegungen ebenso wie die weiße Vorherrschaft (white supremacy), die synonym mit Rassismus zu verstehen ist, und für Schwarze Frauen, Roma Frauen und andere Women of Color eng mit Sexismus verknüpft ist. Unter dem Titel „Living in a White Box – Von künstlerischer Freiheit und anderen Privilegien“ berichtet sie von der Entstehung des Projekts, von den Hindernissen, die sich uns in den Weg stellten und von der geteilten Motivation diese zu überwinden und mit EDEWA in die Zukunft zu gehen:

Es kam innerhalb der Gruppe zu Streit, was denn nun „Kunst“ sei, was „Freiheit“ aus einer widerständigen Perspektive bedeute und wo die „künstlerische Freiheit“ beginne bzw. ende. Es wurde gekämpft um Deutungshoheit und Definitionsmacht. Die externen Angriffe haben den internen Spannungen keinen Platz gelassen, diese auszuhalten und zu verarbeiten, so dass es schließlich zur Spaltung unserer Gruppe kam. Die weißen Gruppenmitglieder waren an ihren Grenzen gestoßen, wie sie denn nun mit dem neuerworbenen Wissen über Schwarzsein, ihr eigenes Weißsein und die damit verbundenen Privilegien in der Praxis umgehen sollen und ich als Schwarze Frau konnte ihnen Letzeres auch nicht sagen“ (Kelly 2015: 197f.).

Die Arbeit mit und an EDEWA war nicht immer einfach. Unsere während den Ausstellungen gesammelten Erfahrungen, die vielfältigen Lebensrealitäten der Besucher_innen und deren unterschiedliche Sensibilisierung unterstreichen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Thematisierung des antikolonialen Widerstandes und des aggressiven und gewalttätigen Kolonialismus sowie Kolonialwarenhandels. Dabei sind unsere eigenen Positionen sowie unser Bewusstsein nicht von dieser Thematisierung in EDEWA zu trennen – Kunst bietet die Möglichkeit dazu, Phänomene wie Kolonialismus, Rassismus und Sexismus zu materialisieren und in ihrer Verwobenheit zu einander zu betrachten und zu bekämpfen. Der Widerstand ist ebenso (alltäglich) von Weißen zu leisten, wie es von vielen Schwarzen, Roma und anderen People of Color getan wird.

Wir freuen uns, dass wir mit diesem Beitrag zeigen können, was May Ayim für EDEWA bedeutet und welchen Einfluss ihre Worte und Werke auf unsere Arbeit haben. In diesem Jahr feiert EDEWA ihren fünften Geburtstag. Wir freuen uns auf weitere kreative und kritische Jahre mit vielen Erweiterungen und Erneuerungen.

Sisters & Souls. Inspirationen durch May Ayim“ kann im Orlanda Verlag bestellt werden:

https://www.orlanda-verlag.de/neuerscheinungen/sisters-and-souls-inspirationen-von-may-ayim-detail.html

Besuche „Sisters & Souls“ bei Facebook:

https://www.facebook.com/sistersouls2.0/

Literatur:

May Ayim: künstlerische freiheit. In: blues in schwarz weiss. Orlanda Verlag: 1995.

Natasha A. Kelly (Hrsg.): Sisters and Souls. Inspirationen von May Ayim. Orlanda Verlag: 2015.

 


 

Eindrücke von der EDEWA Filiale in München

Hier teilen wir mit euch erste Eindrücke von der Eröffnung der EDEWA Filiale in München am 5. März. Bis zum 20. März könnt ihr EDEWA im JIZ in der Münchener Innenstadt besuchen, kommt also vorbei und bringt Freund_innen und Bekannte mit! Die (vorerst) letzte Führung im JIZ findet am 20. März statt, ab 11 Uhr. Wir freuen uns auf euren Besuch!


 

Flyer München klein

EDEWA eröffnet Einkaufsfiliale in München

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus eröffnet EDEWA, die Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstands, vom 05.03. – 20.03.2016 im Jugendinformationszentrum München ihre erste bayrische Filiale. EDEWA freut sich Teil der kulturellen Bildungsveranstaltungsreihe „PerspektivWechsel Wissen 2016“, organisiert vom Arbeitskreis Panafrikanismus e.V., zu sein. Im Blickpunkt steht die UN-Dekade 2015 – 2024 für Menschen afrikanischer Herkunft.

Der Raum eines Supermarktes, der von allen Menschen aller gesellschaftlichen Zugehörigkeiten alltäglich besucht wird, bietet uns die Möglichkeit, antirassistischen und antisexistischen Widerstand einzelner Gruppen wahrnehmbar zu machen und die historischen Kämpfe einzelner Feministinnen, wie die afrodeutsche Aktivistin und Poetin May Ayim, zu erleben. Gleichzeitig spiegeln Supermärkte, die trivialer und gewöhnlicher kaum sein könnten, wie kein anderer Ort die Alltäglichkeit von Rassismen und Sexismen in Deutschland wider.

Wir möchten v.a. Schulklassen, Lehrer_innen und Erzieher_innen einladen an einer der Führungen durch die interaktive Wanderausstellung teilzunehmen. Die antikolonialen und rassismuskritischen Produkte sind zum Anfassen und Diskutieren. Sie sollen durch widerständiges Wissen und beispielsweise Poesie den ‘normierten’ weißen Blick der Dominanzgesellschaft herausfordern und die Betrachter_innen zum Nachdenken und kritischen Hinterfragen des eigenen Konsumverhaltens anregen.

Informationen:
Zeitraum:          05.03. bis 20.03.2016
Ort:                      JIZ Jugendinformationszentrum Sendlinger Str. 7, (Innenhof), U + S Marienplatz
Führungen:      05.03.2016, 10 – 12 Uhr  /   20.03.2016, 11 – 16 Uhr
Öffnungszeiten vom JIZ:    Mo. 12 – 19 Uhr, Di. – Fr. 13 -18 Uhr
Eintritt frei!

Die Ausstellung und Führungen werden gefördert vom: Kulturreferat LHM in Kooperation mit JIZ

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Koordination: Modupe Laja (AK Panafrikanismus e.V., Vorstandsmitglied EineWeltHaus) AK Panafrikanismus e.V., Augsburger Str. 13, 80337 München, sekretariat@panafrikanismusforum.net

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Unterstützt von ENPAD European Network for People of African Descent im Rahmen der Internationalen UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft.